Newski, Palastplatz, die Eremitage, die Kanäle – diese Runde dauert zwei Tage, und dann kommt die Leere. Doch der am wenigsten Postkarten-taugliche Teil von Sankt Petersburg beginnt dort, wo das Zentrum endet: ein Dorf mit einer Holzkirche eine halbe Stunde von der Metro entfernt, Wohntürme auf Betonbeinen, ein Glaspavillon über dem Golf. Sieben Bezirke und Adressen, die wir jeweils separat behandelt haben.
Kolomjagi – ein Dorf in der Stadt
Straßen mit Holzhäusern und Gärten, eine funktionierende Holzkirche, die Überreste eines Herrenhauses und das "Künstlerviertel", ein Viertel, in dem Bildhauer leben und arbeiten. Eine Kindereisenbahn fährt in der Nähe. All das liegt innerhalb der Stadtgrenze, zwischen Udelnaja und Oserki, etwa fünfzehn Gehminuten von der Metro entfernt.
Wo: Nikitinskaja und Glavnaja Straße · Metro: Udelnaja, Pionerskaja oder Oserki
Im Detail: Kolomjagi: die Holzkirche, das Herrenhaus und das Künstlerviertel
Das Neuland des Wassiljewski-Ufers
Neuland, wo früher der Golf war: eine breite Böschung, Wind und der gläserne Bushaltestellen-Pavillon, der zum meistfotografierten Unterschlupf der Stadt geworden ist – durch ihn sieht man direkt auf das Wasser und den Sonnenuntergang. Die Gegend ist jung, ohne Bäume und Schatten, aber mit einem Horizont, den man nirgendwo sonst in Petersburg finden wird.
Wo: Die Westspitze der Wassiljewski-Insel, rund um die Nalitschnaja Straße · Metro: Primorskaja, dann mit dem Bus
Im Detail: der Glaspavillon über dem Golf: Anfahrt und beste Zeit zum Fotografieren
Häuser auf Beinen
Wohnhochhäuser, die auf Betonpfeilern über dem Boden erhöht sind – man kann direkt darunter hindurchgehen. Sie wurden in den 1970er Jahren gebaut, nicht als architektonische Laune, sondern als praktische Lösung. Mehrere stehen in verschiedenen Bezirken und sehen jeweils aus wie Kulissen für einen Film über eine Zukunft, die nie eingetreten ist.
Wo: Mehrere Adressen in der ganzen Stadt · Metro: Abhängig vom Gebäude
Im Detail: wo die Türme auf Stelzen stehen und warum sie so gebaut wurden
Parks, die Einheimische wirklich nutzen
Sosnowka bei Politechnitscheskaja, Udelny Park, Pionersky – keine versteckten Schätze, sondern gewöhnliche Stadtteilparks, in die Petersburgbesucher am Wochenende mit einer Thermoskanne gehen. Im Herbst ist der Sommergarten selbst unter der Woche überfüllt; hier trifft man im Oktober nur Hunde- und Jogger an.
Wo: Der Norden der Stadt · Metro: Politechnitscheskaja, Udelnaja, Akademicheskaya, Grazhdansky Prospekt
Im Detail: sieben Parks ohne Touristen, mit Wegbeschreibungen und ehrlicher Beschreibung
Bibliotheken neuen Typs
"Schkaf" in der Industrielnaja und die Bibliothek in Marschaka sind keine Lesehallen mehr mit Karteikarten, sondern freie Räume mit Ausstellungen, Vorträgen und ruhigen Arbeitsplätzen. Man kann sich vor Ort anmelden, und der Eintritt kostet nichts. Für einen Besucher, der ein paar Stunden mit dem Laptop an einem anderen Ort als einem Café verbringen möchte, ist dies eine unauffällige und funktionierende Option.
Adressen: Industrielnaja Prospekt 35 und Marschaka Prospekt 24 · Metro: Nowotscherkasskaja, Rshewskaja
Im Detail: wo man kostenlose Ausstellungen, Vorträge und einen ruhigen Arbeitsplatz findet



